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WENN RÄUME HALTUNG ZEIGEN
Anna von Ketteler zu Besuch bei RED Executive Search in Düsseldorf – und die Frage, was ein gutes Büro heute eigentlich ausmacht. RED Executive Search berät mittelständische Unternehmen bei der Besetzung von Geschäftsführungspositionen und Beiratsgremien.
Noch vor wenigen Jahren war das Büro für die meisten Menschen der selbstverständliche Mittelpunkt ihres Arbeitsalltags. Heute arbeiten wir im Homeoffice, unterwegs oder an ganz unterschiedlichen Orten. Umso interessanter finde ich die Frage: Welche Bedeutung hat ein Büro eigentlich noch, wenn wir nicht mehr jeden Tag dort sein müssen? Darüber musste ich nachdenken, als ich die Räume von RED Executive Search in der Elisabethstraße in Düsseldorf besuchen durfte.
RED Executive Search berät mittelständische Unternehmen bei der Besetzung von Führungspositionen und Beiräten. Ein Geschäft also, bei dem es ganz wesentlich um Menschen, Persönlichkeit und Vertrauen geht. Und genau davon erzählen auch die Räume.


Ein Altbau mit neuer Persönlichkeit
Ich kannte die Räume noch aus ihrer früheren Nutzung als Architekturbüro. Damals waren die Wände überwiegend weiß. Die wunderschönen Altbauelemente waren zwar vorhanden, ebenso die große Regalwand aus Holz, und trotzdem hatte ich die Atmosphäre eher kühl und – im wahrsten Sinne des Wortes – farblos in Erinnerung.
Heute ist das vollkommen anders. Bereits beim Betreten fällt auf, dass hier sehr bewusst mit Farbe gearbeitet wurde. Der Eingangsbereich ist in einem zurückhaltenden Hellgrau Himmel über Hamburg gestrichen. Von dort öffnen sich zwei deutlich dunklere Büroräume mit hohen Decken und großen Altbaufenstern zur Straße. Beide Räume sind in Pinakothek gestrichen.



Dunkle Räume brauchen nicht immer helle Farben
Besonders interessant finde ich den Besprechungsraum. Eigentlich ist er aufgrund seiner Lage ein eher dunkler Raum mit wenig Tageslicht – genau die Art von Raum, bei der häufig reflexartig zu Weiß oder einem möglichst hellen Farbton gegriffen wird. Hier wurde das Gegenteil gemacht. Die Wände erhielten den tiefen Blauton Glambecksee. Zusammen mit der gezielten Beleuchtung entstand dadurch kein dunkler, sondern ein erstaunlich einladender und konzentrierter Raum.

„Für mich ist das wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, dass dunkle Räume nicht zwangsläufig helle Wandfarben brauchen. Manchmal entsteht gerade dann eine besondere Atmosphäre, wenn man die vorhandenen Gegebenheiten annimmt, statt gegen sie anzustreichen.“

Farbe, Kunst und die besten Köpfe
Das Farbkonzept lebt aber nicht von den Wandfarben allein. Hohe Decken, alte Türen und Zargen, knarrende Holzdielen und die große Regalwand aus warmem Holz treffen auf klare Möbel und auffallend farbintensive Kunst. Gerade dieser Kontrast macht die Räume so selbstverständlich und gleichzeitig individuell.
Die kleine, rote Sitzgruppe vor dem Holzregal ist zum Beispiel ein peppiger roter Farbakzent, der die Farbe aus dem Logo aufgreift. Ursprünglich handelt es sich um einen ganz einfachen Tisch samt Stühlen aus Holz. Diese wurden durch einen passenden Anstrich aufgewertet und machen sich gut neben Designklassikern wie dem Lounge Chair von Vitra, der in einem der Büros steht.
Besonders schön finde ich dabei die Auswahl der Kunstwerke. Immer wieder begegnen einem Gesichter und Köpfe – von farbintensiver Pop-Art bis zu kleineren Porträts. Das passt fast zu gut zu einem Unternehmen, dessen Aufgabe darin besteht, die richtigen Köpfe für Unternehmen zu finden. Und vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität dieser Räume: Nichts wirkt wie eine inszenierte Corporate Identity. Logo, Unternehmensfarbe und Markenbotschaft wurden nicht einfach möglichst häufig wiederholt. Stattdessen bekommt man schon beim Eintreten ein Gefühl dafür, mit wem man es zu tun hat.






