
Journal
Aus einem alten Bett wird ein Lieblingsstück
Wie ein Flohmarktfund und ein Nachmittag mit meinen Töchtern zu einem ganz besonderen Erinnerungsstück wurden.
So ein Bett wünsche ich mir auch.
Mit diesem Satz meiner ältesten Tochter begann ein gemeinsames Projekt.
Meine Tochter träumte schon lange von einem Bett wie bei ihren Großeltern – einem klassischen Prinzessinnenbett mit geschwungenem Kopf- und Fußteil. Für mich stand allerdings schnell fest, dass wir kein neues Bett kaufen würden. Viel schöner fand ich die Idee, einem alten Möbelstück ein zweites Leben zu schenken.
Also begann die Suche bei Kleinanzeigen.
Nach kurzer Zeit wurden wir tatsächlich fündig. Für gerade einmal 20 Euro wollten die Vorbesitzer das Bett möglichst schnell loswerden. Als wir es abholten, hatte es seine besten Tage allerdings längst hinter sich. Der alte Lack war ungleichmäßig gestrichen, an einigen Stellen abgestoßen und insgesamt wirkte das Bett eher unscheinbar als besonders.
Genau solche Möbel liebe ich.
Denn oft braucht es erstaunlich wenig, um ihren ursprünglichen Charme wieder sichtbar zu machen.

Bett VORHER

Bett gestrichen in INDIAN OCEAN 67 und Wände in BRIDGET JONES 149
Die schwierigste Entscheidung? Die Farbe.
Während ich sofort wusste, dass das Bett gestrichen werden sollte, hatte meine Tochter ganz andere Vorstellungen von der Farbe als ich.
Ihre Ideen reichten von kräftigem Pink über Türkis bis hin zu MAMMA MIA 169 , einem leuchtenden Blau. Ich selbst hatte eher einen ruhigen Grau- oder Grau-Blauton im Kopf.
Ehrlich gesagt sah ich innerlich schon ein knallpinker Bettkasten vor mir.
Umso glücklicher war ich, als sie schließlich selbst den Farbton INDIAN OCEAN 67 auf meiner Farbkarte entdeckte und sofort sagte:
„Den möchte ich!“
Das sanfte Grau-Blau harmoniert wunderbar mit den rosa Wänden in BRIDGET JONES 149 und wirkt gleichzeitig zeitlos genug, dass sie hoffentlich viele Jahre Freude daran haben wird.

Ein Projekt für die ganze Familie
Bevor gestrichen werden konnte, musste das Bett zunächst vorbereitet werden.
Der alte Lack wurde gründlich angeschliffen und anschließend sorgfältig gereinigt. Dabei bekam ich tatkräftige Unterstützung von zwei meiner vier Töchter.
Ich liebe solche Momente.
Kinder möchten helfen. Man muss sie nur lassen.
Nach dem Trocknen konnte endlich gestrichen werden.
Gerade bei einem Projekt mit Kindern arbeite ich besonders gern mit Anna von Mangoldt Kreidefarbe.
Sie lässt sich wunderbar verstreichen, tropft kaum und kleine Fehler sind überhaupt kein Problem. Wenn sich doch einmal ein Grashalm in die Farbe verirrt oder eine kleine Farbnase entsteht, kann man die Oberfläche nach dem Trocknen ganz einfach glatt schleifen und anschließend ausbessern.
Das nimmt den Perfektionsdruck und macht gemeinsames Streichen viel entspannter.
Nach dem zweiten Anstrich war aus dem alten Bett kaum noch etwas wiederzuerkennen – natürlich habe ich bei den Anstrichen ein wenig mitgeholfen und besonders beim zweiten Anstrich nachgearbeitet, um eine möglichst gleichmäßige Oberfläche zu erhalten.
Das weiche Blau ließ das Möbelstück plötzlich ganz leicht und freundlich wirken und unterstrich gleichzeitig seinen Vintage-Charakter.


Das Finish
Zum Schluss erhielt das Bett noch eine dünne Schicht Möbelwachs.
Dadurch wurde der Farbton etwas satter und bekam eine wunderbar samtige Oberfläche. Gleichzeitig schützt das Wachs die Kreidefarbe im Alltag.
Ich liebe diese leicht pudrige Haptik, die man mit Kreidefarbe und Wachs erreicht.
Gerade bei alten Möbeln wirkt sie unglaublich authentisch.

Warum ich mich bewusst für Kreidefarbe entschieden habe
Natürlich hätte ich das Bett auch mit Mattlack oder Satinlack streichen können.
Ein Lack ergibt eine glattere und robustere Oberfläche und passt hervorragend zu modernen Möbeln.
Dieses Bett durfte aber seine Geschichte behalten.
Ich wollte keine perfekte, hochglänzende Oberfläche, sondern den Eindruck, dass dieses Bett schon immer genau so ausgesehen hat.
Kreidefarbe verleiht alten Möbeln genau diesen Charakter.
Sie wirkt weich, ruhig und zeitlos.
Das Schönste war nicht das fertige Bett.
Natürlich freue ich mich jedes Mal, wenn ich das Zimmer meiner Tochter betrete.
Noch schöner ist allerdings die Erinnerung an diesen Nachmittag.
An kleine Hände mit Farbe.
An konzentrierte Gesichter.
An das gemeinsame Streichen.
Ich musste dabei oft an meine eigene Kindheit denken. Auch meine Mutter ließ mich mein Kinderzimmer immer wieder umgestalten. Diese Erinnerungen begleiten mich bis heute.
Vielleicht ist genau das das Schönste am Möbelstreichen.
Es entsteht nicht nur ein neues Möbelstück.
Es entstehen Erinnerungen.
Und jedes Mal, wenn meine Tochter heute in ihr blaues Bett steigt, denke ich daran zurück.

Projekt auf einen Blick
Benötigtes Material
- Schleifpapier oder Schleifschwamm
- Reinigungstuch
- Flachpinsel
- 1 Liter Kreidefarbe
- Möbelwachs
- weiches Baumwolltuch
Arbeitszeit
ca. 1,5 Stunden (ohne Trocknungszeiten)
Häufig gestellte Fragen
Kann man ein Bett auch mit Mattlack oder Satinlack streichen?
Ja. Beide Lacke ergeben eine besonders glatte und strapazierfähige Oberfläche. Für moderne Möbel sind sie oft die richtige Wahl. Bei diesem Vintage-Bett war mir jedoch eine weiche, authentische Optik wichtig – deshalb habe ich mich für Kreidefarbe entschieden.
Kann man Kreidefarbe mit Klarlack schützen?
Ja. Statt Möbelwachs können Sie auch Klarlack Matt verwenden. Wachs sorgt für eine warme, samtige Oberfläche mit klassischem Vintage-Charakter. Klarlack ist etwas pflegeleichter und erleichtert spätere Renovierungen.
Warum eignet sich Kreidefarbe besonders gut für Möbel?
Kreidefarbe lässt sich leicht verarbeiten und verzeiht kleine Fehler. Gerade bei DIY-Projekten oder wenn Kinder mitstreichen, macht das einen großen Unterschied. Die wunderbar matte Oberfläche verleiht alten Möbeln zudem einen zeitlosen Charakter.




